Worum geht es bloß in diesem Buch ?
Diese Frage stellte ich mir sofort, als ich den Titel “Wenn das Schlachten vorbei ist”
gelesen hatte und auf das Werk aufmerksam wurde. Ein kurzer Blick in das Buch und schon war klar, dass ich es lesen musste. Ich habe dann das Buch regelrecht verschlungen!
Zum Inhalt
Vordergründig geht es um Naturschutz. Es geht um Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, die Umwelt vor der Menschheit so gut es geht zu schützen, und dem alles andere unterordnen.
Zwei Hauptpersonen bestimmen die Handlung des Buches. Zum einem Alma die “brave”, politisch korrekte Biologin, die zusammen mit ihrem Mann im offiziellen Auftrag für die “gute ökologische Sache” eintritt. Und dann gibt es da noch den schrillen, lauten, jähzornigen Dave, der durch eine Art Erweckungserlebnis zum radikalen Umweltschützer wurde, der nahezu sein ganzes Streben seinem ganz eigenen Verständnis von Naturschutz widmet. Im Laufe der 460 Seiten prallen diese beiden so gegensätzlichen Typen mit ihren doch sehr unterschiedlichen Ansichten immer wieder aufeinander und der Leser wird Zeuge dieser doch sehr interessanten Auseinandersetzungen.
Alma will auf einer abgelegenen Insel das dort seit Jahrzehnten und durch Menschen verursachte Rattenproblem durch deren Ausrottung lösen, um eine nahezu verschwundene Vogelart zu retten. Auch weiter radikale Maßnahmen sollen ergriffen werden um die Insel wieder in ihren Urzustand zu versetzen. Dave andererseits ist des festen Überzeugung, dass jedwedes Leben zu schützen sei, eben auch das von Ratten, und daher bekämpft er Alma und deren Projekt wo immer es nur geht….
Hier ein Trailer:
Mein Eindruck
Die ganz große Stärke dieses Buches liegt, neben grandiosen Beschreibungen der Natur und dem Umgang des Menschen damit, in den Charakteren der zwei Protagonisten und deren Aufeinanderprallen. T.C. Boyle schafft es wunderbar, die beiden Kontrahenten und deren innerste Beweggründe dem Leser ganz ganz nahe zu bringen. Ja man kann sich sehr gut in beide hineinversetzen, und mal ist Alma und dann wieder Dave die Person die sympathischer rüberkommt und der man Erfolg im ihrem Gelingen wünscht. Und dann wieder lehnt man deren Handeln einfach nur ab und verspürte nicht die geringste Sympathie für einen der beiden.
Man kann in ”Wenn das Schlachten vorbei ist“ nicht einfach so Partei ergreifen und auch nicht eine Moral oder Haltung von T.C. Boyle herauslesen. Dieses Buch beschreibt neutral und das verdammt gut.!!!

