Angefangen hat alles mit Henning Mankells Wallander. Begeistert von der melancholischen Stimmung und dem eindrucksvollen Protagonisten habe ich mich nach und nach durch Mankells komplettes Krimiwerk gelesen. Dann kam die Frage “Was nun?”, denn mein Hunger nach skandinavischen Krimis wollte gestillt werden. Die Antwort meiner Kollegen: Håkan Nesser!
Hier ein Interview mit Håkan Nesser (EN):
10 Fälle in 5 Doppelbänden
Da kam es mir gerade recht, dass seine 10 Krimis rund um Kommissar Van Veeteren im btb Verlag in 5 Doppelbänden erschienen sind. Dies hier ist der erste davon und enthält Fall 1 und Fall 10. Die anderen Doppelbände in chronologischer Reihenfolge:Fall 2 und 3: Das vierte Opfer / Das falsche Urteil, Fall 4 und 5: Die Frau mit dem Muttermal / Der Kommissar und das Schweigen, Fall 6 und 7: Münsters Fall / Der unglückliche Mörder. Fall 8 und 9: Der Tote vom Strand / Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod
Das grobmaschige Netz
Noch bevor ich diesen ersten Fall beendet hatte, musste ich mir so schnell wie möglich alle restlichen Doppelbände besorgen! Ich habe sie dann alle hintereinander durchgelesen. Man könnte fast sagen, ich habe sie aufgesogen:-)! Van Veeterens erster Fall hat einfach Lust auf mehr gemacht!
Sein letzter Fall
Die Geschichte von Van Veeterens letztem Fall umfasst zeitlich alle anderen Bände und bildet den Höhepunkt der Reihe. Gespickt mit vielen Andeutungen auf Vorkommnisse in den anderen Büchern, kommt nun endlich mehr über den mysteriösen Fall G. ans Licht, das bisher einzige Verbrechen, das der Hauptkommissar nicht lösen konnte. Schon in den früheren Bänden hat es immer wieder Hinweise auf G. gegeben und somit ist der Spannungsbogen von Anfang an auf hohem Niveau – und hält sich dort bis zur letzten Seite.
Zur Reihe um Van Veeteren
Die Entwicklung der Charaktere hat mir an der ganzen Krimireihe am besten gefallen. Die Hauptfigur Van Veeteren zum Beispiel hat so einige unsympathische Züge an sich und brachte mich mit seinen bissigen Kommentaren oft zum Lachen (obwohl ich am meisten über die Sprüche vom gefräßigen Inspektor Rooth grinsen musste). Alle Charaktere sind menschlich und auf ihre eigene Art und Weise charismatisch. Ihre Entwicklung verläuft realistisch und nicht konstruiert.
Mein Fazit
Spannende Fälle, bei denen man bis kurz vorm Schluss im Dunkeln tappt, sind eine wichtige Komponente dieser Reihe. Aber ausschlaggebend für mich sind einfach die überzeugenden Charaktere, damit hat mich Håkan Nesser für sich eingenommen. Und nun wünsche ich Ihnen einen spannenden Krimisommer, ich muss jetzt leider weg – schließlich warten nun die Barbarotti-Fälle und etliche weitere Nesser-Krimis auf mich.

