Mit Blumen in der Hand geht er zu ihr, seinem Schneewittchen, das nie auf seine Fragen antwortet, sondern immer starr daliegt, während er hofft, dass sie ihn doch noch einmal anlächelt. Schneewittchen ist tot und er weiß es eigentlich, aber er kann sich nicht von der Schönheit trennen.

Mehrmals hatte ich das Buch “Schneewittchen muss sterben” schon in den Händen, bevor ich es doch gelesen habe. Ich war etwas skeptisch wegen des Buchtitels, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Es ist ein spannender Krimi und keine Spur von märchenhafter Erzählung.

Einmal Mörder, immer Mörder

Vor 10 Jahren wurde Tobias wegen Mordes an einem jungen Mädchen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Es waren lediglich Indizien, die den Abiturienten zum Verhängnis wurden. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird und wieder in sein Dorf zurückkommt, hat sich vieles verändert. Seine Familie, die in der Dorfgemeinschaft immer angesehen war, wird gemieden. Und mit Tobias, dem Mörder, möchte man nichts zu tun haben.

Als im Dorf erneut ein junges Mädchen, die 17 jährige Amelie, vermisst wird, sind sich die Bewohner einig – Tobias hat mit dem Verschwinden etwas zu tun!

Die Polizisten Pia Kirchoff und Oliver von Bodenstein ermitteln und werden dabei auch mit dem Mordfall von vor 10 Jahren konfrontiert.

Video zum Buch:

Es war einmal ein kleines Dorf

In dem Dorf gibt es alles, was ein kleines Dorf so braucht. Es gibt den übermächtigen Claudius Terlinden, dem quasi alles gehört. Es gibt das Dorfgasthaus “Zum schwarten Ross”, in dem sich alle versammeln,  tratschen und saufen. Es gibt das kleine Geschäft, in dem fast noch mehr getratscht wird als im Dorfgasthaus. Es gibt den Dorftrottel Thies, den Sohn von Terlinden, der wegen einer leichten Behinderung gleich als Depp abgestempelt wird. Aber es gibt auch die junge Amelie, die gepierct ist, in schwarzen Klamotten rumläuft und als einzige mit Tobias und Thies so etwas wie eine Freundschaft pflegt.  So schön manch Vorteile, der Zusammenhalt, einer kleinen Dorfgemeinschaft sein können, so bedrückend kann es werden, wenn man plötzlich außerhalb dieser Gemeinschaft steht.

Fazit

Nele Neuhaus schafft es auf der einen Seite mit dem Verschwinden des jungen Mädchens und dem Mordfall von vor 10 Jahren die Spannung zu halten und auf der anderen Seite bringt sie den Alltag und die Probleme der Kriminalbeamten und Dorfbewohner näher.

Es ist ein spannender Krimi, der mich dazu gebracht hat noch mehr von Nele Neuhaus zu lesen.