Der geheimnisvolle Titel, die unheimliche Umschlaggestaltung, der verheißungsvolle Klappentext – drei Gründe, warum ich ”Schwarze Blumen“ lesen wollte. Aber auf so eine verstörende Handlung war ich nicht gefasst.
Wahrheit und Fiktion
Neil Dawson ist der Verzweiflung nahe. Sein Vater wurde tot aufgefunden, die Polizei spekuliert auf Selbstmord. Doch Neil hat Zweifel, irgendetwas stimmt nicht. Seine Vorahnungen bestätigen sich, als seine Freundin entführt wird. Alles hängt irgendwie mit dem Buch “Die schwarze Blume” zusammen, das sein Vater zuletzt gelesen hatte. Der Roman handelt von einem Mädchen, das vor seinem grausamen Vater flieht. Dieser hält auf einem versteckten Hof Frauen in Gefangenschaft und quält sie dort zu Tode. Neil Dawson dämmert es langsam, dass das Buch nicht nur Fiktion ist, sondern eine grausame Wahrheit enthält.
Steve Mosby über sein Werk “Schwarze Blumen”:
Verwirrend, aber gut
Die Idee vom “Buch im Buch” und der häufige Perspektivenwechsel haben mich manchmal so verwirrt, dass mir der rote Faden für kurze Zeit entglitt. Aber Steve Mosby versteht sich darauf, die verschiedenen Handlungsstränge nahtlos in ein Ende ohne Ungereimtheiten hinübergehen zu lassen. Für meinen persönlichen Geschmack war die Story jedoch ein bisschen zu krass. Die Farm des Entführers und auch dessen krankhafte Gedankenwelt scheinen direkt der Hölle entnommen zu sein. Die Fantasie des Lesers erledigt dann zuverlässig den Rest. So wurde mir an einer Stelle richtig übel, obwohl eigentlich nur beschrieben wird, wie ein Mann in einen frisch vom Baum gepflückten Apfel beißt.
Mein Fazit
Steve Mosbys Thriller ist unglaublich spannend und mitreißend. Allerdings gab es Momente, wo sich mir die Frage stellte, wie ein Autor auf solch grausige Ideen kommen kann. Manchmal leider etwas verworren, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) ein packendes Buch!

