Will ich beim Lesen Spaß haben, dann greife ich zu den Brenner-Romanen von Wolf Haas. Sein markanter Schreibstil, der auf jegliche Grammatikregeln pfeift, sollte sich mittlerweile schon rumgesprochen haben. Außerdem hat Haas mit der Figur Simon Brenner einen durchweg sympathischen und unfreiwillig komischen Protagonisten erschaffen. Wer hat denn schon gesagt, dass ein erfolgreicher Ermittler schnell, sportlich und motiviert sein muss?

Spaß und Spannung

In diesem Sammelband finden Sie die ersten fünf Brenner, von “Auferstehung der Toten” bis “Wie die Tiere“. Fünf Mal Lachen und Verzweifeln mit dem privaten Ermittler Simon Brenner, der anstatt zwielichtiger Gestalten zwar lieber seine Migräne lebenslänglich wegsperren würde, der aber ja auch irgendwie seine Brötchen verdienen muss. Aber bitte ohne Action, frei nach dem Motto “Probier’s mal mit Gemütlichkeit”.

Mein Favorit

Mein Liebling der fünf Bände? Kann ich nicht sagen, denn bei allen Brenner-Romanen habe ich mich köstlich amüsiert. Bei “Wie die Tiere” habe ich wahrscheinlich am meisten gelacht. Hier treffen militante Mütter und hundeverliebte Tierschützer aufeinander, und der Brenner mittendrin.  Aber “Silentium!” ist auch super. Oder der Brenner als Rettungssanitäter in “Komm, süßer Tod“. Irgendwie kann man mit dieser Sammlung gar nix falsch machen. Schade nur, dass die letzten beiden Teile “Das ewige Leben” und “Der Brenner und der liebe Gott” fehlen.

Wolf Haas zu Gast bei “Willkommen Österreich”:

Teil 2

Mein Fazit

Kein literarischer Feinsinn, sondern Humor ist hier gefragt; und der Wille sich auf eine gewöhnungsbedürftige Sprache und einen etwas anderen Ermittler einzulassen. Dafür bekommt man mit “Das große Brenner-Buch” fünf geniale Romane zum Preis von einem – das wird hoffentlich auch den letzten Skeptiker überzeugen.